MAX PROSA „Grüße aus der Flut“

Seit September ist das neue Album von Max Prosa auf dem Markt. „Grüße aus der Flut“ heißt es. 10 Titel sind darauf enthalten, darunter die gleichnamige Single. Wir haben für euch reingehört und mit Max telefonisch gesprochen. Was er sagt, wie er sich in Zeiten von Corona fühlt und ob uns die Scheibe überzeugen konnte, das verraten wir in diesem Artikel.

Deutsche Musik steht hoch im Kurs und ist überaus beliebt. Kein Wunder. Viele neue Künstler haben sie in den letzten Jahren regelrecht revolutioniert und ihr zu einem grandiosen Siegeszug in allen Facetten verholfen. Helene Fischer schaffte es mit ihrem Schlager „Atemlos durch die Nacht“ für Wochen auf den ersten Platz der Chats. Rapper sind aus Selbigen nicht mehr wegzudenken und im Pop glänzen Bands wie Silbermond bzw. Sänger wie Mark Forster oder Sarah Corner. Sie alle singen deutsch, so wie auch Max Prosa.

Neues Album

Sein neues Album „Grüße aus der Flut“ wirkt beim ersten Hören leicht, unbeschwert und entspannt. Es lädt zum Chillen und Träumen ein. Doch, das ist nur die halbe Wahrheit. Hört man genauer hin, so stellt man fest, es gibt eine Menge zu entdecken, und zwar sowohl in- als auch zwischen den Zeilen. Hier hat niemand im Akkordver- fahren eine Platte runtergeschrieben oder aus Gründen des Kommerzes einfach mal irgendwas zusammengedichtet. Das, was hier entstanden ist, das hat Herz, das hat eine Message und das ist mit viel Liebe melodisch verarbeitet worden. Die Tiefe der Texte erinnert fast ein wenig an den Grafen von „Unheilig“, der nicht nur laut, der nicht kräftig sein konnte, sondern immer auch eine persönliche Botschaft hatte, die er dem Fan mitgeben wollte. Wer sich den Worten von Max Prosa hingibt, der begibt sich auf eine spannende Reise. Die Songs sind allesamt angenehm und abwechs- lungsreich arrangiert, mal schnell, mal langsam, mal laut, mal leise.

Zukunftsängste

Wie aber geht es einem so wunderbaren und aufstrebenden Künstler in einer Zeit, die doch geprägt ist von Dunkelheit und Zukunftsängsten? Viele seiner Kollegen klagen über enorme wirtschaftliche Verluste. Konzerte können nicht mehr gespielt werden. Große Gigs sind auf lange Sicht nicht möglich.

Wir sprechen mit Max Prosa in Berlin und treffen am Telefon auf einen entspannten, jungen Mann, der wie er selbst sagt, von der Krise lange nicht so schwer getroffen ist, wie manch anderer. Er denkt dabei an die Techniker, die derzeit so völlig auf dem Trockenen sitzen und keinerlei Aufträge mehr haben. „Ich habe es da noch ganz gut“ sagt er, „ich arbeite von daheim und habe das auch vorher schon gerne gemacht. Musik findet immer ihren Weg.“

Was aber ist seine Musik? Wie beschreibt er sie selbst? Am Telefon erzählt er uns, dass aus seiner Sicht, seine Alben relativ unterschiedlich sind. Die ersten Platten, so der Künstler, seien sehr bandbehaftet gewesen. Heute ginge es mehr um das Gesungene als eine Art Geschichte, in die der Hörer eintauchen könnte. Hier ist ein musikalisches Talent dabei, sich selbst zu entdeckten und immer wieder einen neuen Weg zu gehen.

Mit Max Prosa zu sprechen ist interessant. Seine Stimme wirkt angenehm ruhig, fast schon tiefenentspannt. Seine Worte aber sind klar und das, was er zu sagen hat, das ist äußerst fokussiert und voller Feuer. Hier ist definitiv jemand am Start, der die Musik liebt und der seinen Hörern etwas mitzuteilen hat.

Spontanes Album

Sein aktuelles Album, so berichtet er uns, ist relativ spontan entstanden. Bei einer Tour am Anfang des Jahres, ergab sich mit dem Pianisten, Sascha Stille, die Idee, die ersten Lieder in Bremen aufzunehmen. Als das nicht mehr so einfach möglich war, wurde aus der Ferne weiter zusammengearbeitet. Wie war das doch noch? Musik findet immer seinen Weg!

Und warum der Name? Weshalb die Single, „Grüße aus der Flut?“ Max muss bei dieser Frage lachen, denn „Grüße aus der Flut“ ist ein Widerspruch in sich. Die Flut, das ist das, so sagt er, was wir gerade erleben. Wir werden überschüttet mit großer Ungewissheit und mit Unsicherheiten, von denen wir nicht wissen, wohin sie führen. Setzt man aber einen lieben Gruß dazu, dann bekommt diese Flut ihre Macht genommen und eine gewisse Leichtigkeit. Ein Gruß ist doch etwas Schönes.

Gute Musik, davon sind wir überzeugt, beginnt damit, dass sie etwas auszudrücken vermag und sie etwas zu sagen hat, so wie Max Prosa. Uns haben Künstler und Album absolut überzeugt, denn Max Prosa, das ist kein Produkt der Massenware, es ist echte Kunst, von einem tollen Sänger und einem großartigen Song-Schreiber.

Lieder die ans Herz gehen

Und nun noch ein kleiner Tipp: Einfach mal morgens aufstehen und den ersten Kaffee bei Titel 10 genießen: „Am Ende dieser Nacht“ hat es geschafft, uns beim Hören ein Tränchen über das Gesicht laufen zu lassen. Es gibt sie eben noch, die echten Musiker und Lieder, die ans Herz gehen.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.