Annett Louisan – Kitsch Albumrezension

Lust auf etwas „Kitsch“? Keine Angst, wir meinen nicht den, welchen es bei „Bares für Rares“ zu bestaunen gibt. Nein, unser „Kitsch“ ist einer für die Ohren und er kommt als Musik daher.

Seit dem 21. August steht „Kitsch“, das 9. Album von Annett Louisan, in den Regalen des Einzelhandels. Bei den großen Musik-Streamingdiensten ist es ebenfalls zu haben. In 14 Songs entführt die 43-jährige Künstlerin, den Hörer in ihre Welt, die zugegeben nicht nur ihre eigene, sondern auch die ihrer Kollegen ist. Das Stimmwunder aus Havelberg hat fleißig gecovert und sich unterschiedlichen Liedern angenommen, die allesamt die Fähigkeit besitzen, „uns in den verschiedensten Lebenslangen anzusprechen“, wie sie selbst sagt. Eigene Kompositionen sucht man demnach also vergebens. Neues gibt es allerdings trotzdem, denn die „zierliche Dame mit der erotischen Stimme“ singt zum ersten Mal in englischer Sprache. Das hat man so von ihr bisher noch nicht gehört.

Ob das gefällt ist, wie alles im Leben, eine Frage des eigenen Geschmacks. Es gibt Menschen, die mit neuen Interpretationen ihrer Lieblingsstücke gar nichts anfangen können. Anderer wiederum fühlen sich selbst davon inspiriert und zeigen sich begeistert. Wer bei „Atemlos durch die Nacht“ die kräftige Stimme von Helene Fischer erwartet, der wird diese bei Annett Lousian nicht finden und auch „Died in your arms“ hat in der hier aufgenommen Version nur wenig mit den 80er Jahren zu tun. Aber, ist das schlimm? Nein, denn ein guter Künstler vermag es durchaus, einem bestimmen Song, einen ganz eigenen und damit anderen Klang zu verleihen. So eine Künstlerin ist Annett Louisan. Ihr „Kitsch“ gefällt und gehört definitiv nicht ins Auktionshaus.

Übrigens: Auf dem Album befinden sich 14 Songs, aber 15 Tracks. Das Lied Bungalow gibt es sowohl als Album- und auch als Single-Version.

Foto: Sony Music

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